Bewerbungsratgeber
Motivationsschreiben Tipps: So überzeugen Sie Schweizer Arbeitgeber
Viele Bewerbende investieren viel Zeit in ihren Lebenslauf – und vernachlässigen das Motivationsschreiben. Dabei ist es oft das entscheidende Dokument. Erfahren Sie, worauf es wirklich ankommt.
Warum das Motivationsschreiben wichtiger ist als viele denken
Der Lebenslauf zeigt, was Sie getan haben. Das Motivationsschreiben zeigt, wer Sie sind und warum Sie die richtige Wahl für diese spezifische Stelle sind. Bei gleichwertigen Kandidierenden gibt das Motivationsschreiben oft den Ausschlag.
Im Schweizer Kontext ist das besonders relevant: Die Unternehmenskultur, die Soft Skills und die persönliche Passung werden hierzulande sehr hoch gewichtet. Ein Motivationsschreiben, das diese Elemente adressiert, kann einen entscheidenden Vorteil verschaffen.
Die 10 wichtigsten Tipps für Ihr Motivationsschreiben
1. Individualisieren Sie jedes Schreiben
Ein generisches Motivationsschreiben ist leicht erkennbar und landet schnell im Ablage-Stapel. Nehmen Sie sich Zeit, jeden Brief auf das spezifische Unternehmen und die spezifische Stelle zuzuschneiden. Das ist Arbeit – aber sie lohnt sich.
2. Beginnen Sie stark
Verzichten Sie auf Floskeln wie 'Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle...'. Starten Sie stattdessen mit einem Satz, der sofort Interesse weckt: einer Leistung, einem relevanten Bezug zum Unternehmen oder einer pointierten Aussage zu Ihrer Motivation.
3. Zeigen Sie konkreten Mehrwert
Was können Sie dem Unternehmen konkret bringen? Vermeiden Sie allgemeine Aussagen und ersetzen Sie diese durch messbare Resultate aus Ihrer Vergangenheit. Zahlen überzeugen: Umsatz um X% gesteigert, Kosten um Y CHF gesenkt, Team von Z Personen geleitet.
4. Zeigen Sie, dass Sie das Unternehmen kennen
Recherchieren Sie das Unternehmen gründlich: Website, Jahresbericht, LinkedIn, Pressemitteilungen. Ein echter Bezug auf das Unternehmen – ein Produkt, eine Initiative, ein Wert – zeigt echtes Interesse und hebt Sie von der Masse ab.
5. Nutzen Sie die Sprache der Stellenausschreibung
Viele Unternehmen suchen nach bestimmten Keywords. Wenn in der Ausschreibung 'agile Methoden' oder 'Customer Centricity' erwähnt wird, sollten diese Begriffe auch in Ihrem Schreiben vorkommen – natürlich nur, wenn sie auf Sie zutreffen.
6. Halten Sie sich an eine Seite
Mehr als eine A4-Seite ist zu lang. Wenn Sie Mühe haben, sich kurz zu fassen, ist das oft ein Zeichen, dass Sie noch nicht klar genug wissen, was Sie sagen wollen. Klare Gedanken führen zu klaren Texten.
7. Formulieren Sie im Aktiv
Passive Konstruktionen wirken schwach: 'Es wurden von mir Projekte geleitet.' Schreiben Sie stattdessen: 'Ich leitete Projekte mit einem Budget von CHF 500'000.' Aktiv klingt entschieden und selbstsicher.
8. Vermeiden Sie Wiederholungen aus dem Lebenslauf
Das Motivationsschreiben ergänzt den Lebenslauf – es wiederholt ihn nicht. Gehen Sie nicht Ihre ganze Karriere durch. Wählen Sie ein oder zwei besonders relevante Erfahrungen aus und gehen Sie darauf tiefer ein.
9. Schliessen Sie professionell ab
Drücken Sie im Schlussteil Ihre Freude auf ein Gespräch aus und geben Sie an, wann Sie verfügbar wären. Zeigen Sie Eigeninitiative: 'Ich freue mich darauf, Ihnen meine Ideen in einem persönlichen Gespräch zu erläutern.'
10. Lassen Sie es gegenlesen
Fehler im Motivationsschreiben wirken fahrlässig. Lassen Sie das Dokument von einer vertrauenswürdigen Person – oder einem Profi – gegenlesen, bevor Sie es einsenden.
Checkliste: Ist Ihr Motivationsschreiben bereit?
- Adresse, Datum und vollständige Kontaktdaten sind vorhanden
- Persönliche Anrede mit Namen der Ansprechperson
- Kein generischer Einstieg wie 'Hiermit bewerbe ich mich'
- Konkreter Bezug auf das Unternehmen und die Stelle
- Mindestens ein messbares Ergebnis aus meiner Karriere
- Keine Wiederholungen aus dem Lebenslauf
- Maximal eine A4-Seite
- Kein einziger Rechtschreibfehler
- Aktive Formulierungen durchgehend
- Professioneller Abschluss mit Einladung zum Gespräch
- Als PDF gespeichert mit professionellem Dateinamen
Weiterführende Ratgeber
Häufige Fragen
Wie passe ich mein Motivationsschreiben auf jede Stelle an?
Analysieren Sie die Stellenausschreibung genau und markieren Sie die wichtigsten Anforderungen. Zeigen Sie für jede Kernanforderung, wie Sie diese erfüllen – möglichst mit einem konkreten Beispiel. Nehmen Sie auch Bezug auf das Unternehmen selbst.
Soll ich meine Lohnvorstellung im Motivationsschreiben angeben?
Nur wenn das Unternehmen explizit danach fragt. Wenn ja, nennen Sie eine konkrete Zahl oder eine Spanne, basierend auf Ihrer Lohnrecherche für den Schweizer Markt. Eine Lohnanalyse hilft Ihnen dabei, realistische Erwartungen zu setzen.
Kann ich ein Motivationsschreiben auch per E-Mail einreichen?
Ja, bei einer E-Mail-Bewerbung gehört das Motivationsschreiben als Anhang (PDF) oder der Text kann direkt in die E-Mail integriert werden – je nach Vorgabe des Unternehmens. Die E-Mail selbst sollte eine kurze, professionelle Einleitung enthalten.
Wie gehe ich mit einem Jobwechsel im Motivationsschreiben um?
Erklären Sie Ihren Wechselwunsch positiv und zukunftsorientiert. Vermeiden Sie negative Aussagen über Ihren aktuellen Arbeitgeber. Fokussieren Sie sich auf das, was Sie sich vom neuen Unternehmen und der neuen Stelle versprechen.
Wie wichtig ist die Anrede im Motivationsschreiben?
Sehr wichtig. Finden Sie den Namen der zuständigen Person heraus und sprechen Sie sie direkt an. 'Sehr geehrte Damen und Herren' ist eine Notlösung – eine persönliche Anrede zeigt, dass Sie sich Mühe gegeben haben.
Professionelle Unterstützung bei Ihrer Bewerbung
Gemeinsam erarbeiten wir Ihr individuelles Motivationsschreiben – überzeugend, klar und auf den Punkt.